Twitch-Abo sinkt: Was bedeutet das für Streamer?

Twitch-Abo sinkt: Was bedeutet das für Streamer?

Twitch passt seine Preise für Abos aktuell regional an und auch in Deutschland ist nun das günstigere Twitch-Abo angekommen. Warum Twitch die Abo-Preise senkt und weshalb ausgerechnet Streamer darunter leiden könnten, verraten wir euch in dem nun folgenden Beitrag.

Was kostet ein Twitch-Abo in Deutschland?

Während der Basis-Preis für das einfachste Twitch-Abo in Deutschland bei 4,99 Euro lag, senkt sich der neue Preis seit dem 5. August 2021 auf 3,99 Euro.

Ein Abonnement ist demnach satte 20% günstiger und Folge der neu eingeführten regionalen Abonnement-Struktur, die die Streamingplattform verfolgt. Mit Subscriptions können Fans Streamer regelmäßig finanziell unterstützen. Die Kosten sind dabei abhängig vom jeweiligen Streamer und der Stufe abhängig. Je mehr gezahlt wird, desto höher fallen die exklusiven Leistungen für den Abonnenten aus.

 

Warum wird der Twitch-Abo preis günstiger?

Twitch selbst verspricht sich von der Preissenkung einen Anstieg der vermittelten Abonnements. In ersten Tests in Ländern wie der Türkei und Mexiko ergab sich, dass Follower seit der Einführung der neuen regionalen Preise „fünfmal mehr Abonnements“ vergeben.

Trotz der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre, die der Streamingplattform jede Menge (zahlende) Zuschauer einbrachte, war wohl die Einstiegshürde für einige noch zu hoch. Die neu eingeführte Preispolitik soll das Ganze für zögernde User attraktiver machen, was letztendlich auch den Content Creatorn. Denn mehr zahlende Zuschauer, desto höher die Einnahmen.

 

Auswirkungen der Abo-Erhöhung auf Streamer

Auch wenn die Intention von Twitch auf den ersten Blick sinnig und vielversprechend erscheint, bleibt die Frage offen, ob sich die Änderungen auch wirklich für die Streamenden auszahlen.

Gronkh, seinerseits durch Let’s Plays bekannt geworden und mittlerweile eine feste Größe auf den unterschiedlichen Videoplattformen, hat auf Twitter einmal vorgerechnet, was die Neuregelungen für die Betroffenen bedeuten. Dabei stellt er die Subscriptions (Abonnenten), den alten Preis, den neuen Preis, den Unterschied und wie viele Neu-Abos zum Ausgleich nötig wären gegenüber.

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Das Ergebnis: Bei 10 Abonnenten werden schon 3 Neu-Abos nötig, um den Unterschied von 5 Euro auszugleichen. Bei 1.000 Abonnenten sogar 251 neue Abonnements, um die 500 Euro auszugleichen. Bei (beachtlichen) 50.000 Abonnenten, braucht es 12.531 Neu-Abos, um die 25.000 Euro Unterschied wettzumachen. Annahme dabei: 50%-Auszahlung.

Hier muss sich also das neue Abo-Modell von Twitch in der Praxis beweisen und zeigen, dass der geringere Preis auch eine neue Welle an Abonnenten an Land spült.

Interessant ist eine Antwort von Gronkh bzgl. der Verluste für Streamer:

„Soweit ich gelesen habe, bekommen Streamer bei (besonders?) hohen Verlusten die ersten drei Monate 100% ausgezahlt. Danach gilt wieder der vertragliche %-Wert, was dann aber natürlich auch weniger Einnahmen heißen kann.“
via Twitter

 

VPN als Schwachstelle der neuen Preisstruktur?

Zugegeben, auf diese Idee kommt nicht jeder und wer wirklich jemanden unterstützen möchte, spart hier auch nicht. Wer es aber darauf anlegt, kann durch die neue regionale Preisstruktur bei den Abos sparen.

Während der Preis in Deutschland, wie bereits oben erwähnt, auf 3.99 Euro sinkt, fällt er in Serben, Albanien und Bosnien-Herzegowina von 4,99 US-Dollar sogar auf 1,99 US-Dollar. Mit Hilfe eines VPNs könnten User also in den günstigeren Ländern Abonnements abschließen, was weniger Einnahmen für die Streamer zur Folge hätte.

 

Fazit: Abwarten, ob die Idee aufgeht

Twitch selbst hat gesagt, dass die Preissenkung in Testländern gut funktioniert hat. Okay, müssen die auch sagen, anders bekommen sie die Änderungen nicht glaubwürdig verkauft. Der erste Schock ist verständlich und für kleine bis mittlere Streamer sicherlich auch nicht allzu leicht zu verdauen. Dennoch heißt es erst einmal abwarten, wie sich diese Änderungen entwickeln. Ein Rückblick in einigen Monaten wird uns zeigen, ob die Streamingplattform mit ihrer Wahl richtig lag oder eben nicht. Den Streamern können wir nur die Daumen drücken, dass such die Änderungen nicht allzu negativ auswirken.

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